Kurz gesagt: LSF steht für den Schutz vor UVB-Strahlen (Sonnenbrand), das UVA-Logo im Kreis für den Schutz vor UVA-Strahlen (Hautalterung). Für den Alltag reicht LSF 30, im Sommer und bei heller Haut ist LSF 50+ die bessere Wahl. Entscheidend sind Menge und Nachcremen – alle zwei Stunden.
Sonnenschutz ist der einzige Anti-Aging-Wirkstoff, dessen Wirkung von praktisch allen Dermatologen weltweit bestätigt wird. Trotzdem ist die Auswahl an Cremes, Sprays und Fluiden so groß, dass viele am Regal stehen und nicht wissen, was sie nehmen sollen. Dieser Guide räumt mit den wichtigsten Begriffen auf und hilft dir, den richtigen Sonnenschutz zu finden.
Was bedeutet LSF eigentlich?
LSF steht für Lichtschutzfaktor (international: SPF, Sun Protection Factor) und bezieht sich auf den Schutz vor UVB-Strahlung. Die Zahl gibt an, wie viel länger du dich theoretisch in der Sonne aufhalten kannst, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Wenn deine Haut ohne Schutz nach 10 Minuten rot wird, schützt dich LSF 30 rechnerisch 30-mal länger – also 300 Minuten.
Wichtig: In der Praxis gilt das nur, wenn du genug Creme aufträgst und regelmäßig nachcremst. Die meisten Menschen verwenden viel zu wenig – Empfehlung sind etwa 2 mg pro Quadratzentimeter Haut, was für das Gesicht ungefähr einer Fingerlängen-Portion entspricht.
LSF 30 oder LSF 50 – was ist der Unterschied?
| LSF 30 | LSF 50+ | |
|---|---|---|
| Blockt UVB-Strahlen | ca. 97 % | ca. 98 % |
| Geeignet für | dunklere Hauttypen, Alltag im Winter | helle Haut, Sommer, Kinder, nach Retinol oder Peelings |
| Nachcremen | alle 2 Stunden | alle 2 Stunden – der höhere LSF ersetzt das nicht |
Noch mehr Details zu dieser Entscheidung – inklusive Texturen-Vergleich – findest du in unserem Guide „Sonnencreme fürs Gesicht: LSF 30 oder 50?“.
UVA vs. UVB: Wo liegt der Unterschied?
Sonnenstrahlen, die deine Haut erreichen, lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen. UVB-Strahlen sind die kurzwelligen Strahlen, die für Sonnenbrand und akute Hautrötungen verantwortlich sind. Sie sind im Sommer und in den Mittagsstunden am stärksten.
UVA-Strahlen dagegen sind langwellig und dringen tiefer in die Haut ein. Sie verursachen weniger Sonnenbrand, dafür aber langfristig die Hautalterung – Falten, Pigmentflecken und schlaffe Haut. UVA-Strahlen sind das ganze Jahr über und auch durch Glas hindurch wirksam – deshalb ist Sonnenschutz auch im Winter und drinnen am Fenster sinnvoll. Unabhängige Informationen zur UV-Strahlung und zum aktuellen UV-Index bietet das Bundesamt für Strahlenschutz, Tipps zum UV-Schutz auch die Deutsche Krebshilfe.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Ein guter Sonnenschutz schützt vor beiden Strahlentypen. Achte auf das Kürzel „Breitband“ oder „Broad Spectrum“ auf der Verpackung – das bedeutet UVA- und UVB-Schutz. In der EU müssen Sonnenschutzprodukte zudem ein UVA-Logo (UVA in einem Kreis) tragen, wenn der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des LSF erreicht.
Für den Alltag empfehlen Dermatologen mindestens LSF 30, im Sommer und bei längerem Aufenthalt im Freien LSF 50 oder 50+. Höhere Werte als LSF 50+ bringen kaum noch zusätzlichen Schutz – wichtiger ist, regelmäßig nachzucremen. Unsere Auswahl findest du in der Kategorie Sonnenschutz.
Welche Textur passt zu welchem Hauttyp?
Bei fettiger oder Mischhaut greifst du am besten zu einem leichten Fluid oder Gel. Diese Texturen ziehen schnell ein, hinterlassen keinen Glanz und verstopfen die Poren nicht. Ein Beispiel ist das La Roche-Posay Anthelios Invisible Fluid, das speziell für unreine und empfindliche Gesichtshaut entwickelt wurde.
Bei trockener Haut darf der Sonnenschutz reichhaltiger sein – zum Beispiel als Creme mit pflegenden Zusätzen wie Glycerin oder Hyaluronsäure. Wichtig ist, dass die Creme keinen Weißeleffekt hinterlässt, vor allem bei dunkleren Hauttönen. Moderne Formulierungen sind hier deutlich besser geworden. Reagiert deine Haut schnell gereizt, findest du passende Produkte unter Pflege für empfindliche Haut.
Für aktive Tage am Strand oder beim Sport sind Sprays praktisch – sie lassen sich schnell auftragen und gut nachlegen. Achte aber darauf, dass du genug verwendest. Ein dünner Sprühstoß reicht meistens nicht aus.
Wie oft musst du nachcremen?
Die Faustregel: alle zwei Stunden, und nach jedem Schwimmen oder starkem Schwitzen. Auch „wasserfeste“ Produkte verlieren mit der Zeit ihre Wirkung. Wenn du Make-up trägst, gibt es spezielle Sonnenschutz-Sprays oder -Puder, die du über die Foundation auftragen kannst, ohne dass alles verschmiert.
Sonnenschutz im Winter – wirklich nötig?
Kurz gesagt: ja, zumindest fürs Gesicht. UVA-Strahlung ist auch im Winter aktiv und für die Hautalterung verantwortlich. Wenn du tagsüber draußen bist, am Fenster arbeitest oder wenn du Wirkstoffe wie Retinol oder Säuren in deiner Routine verwendest (die die Haut lichtempfindlicher machen), ist täglicher Sonnenschutz im Gesicht das Sinnvollste, was du für deine Haut tun kannst.
Häufige Fragen zu LSF, UVA und UVB
Was bedeutet die Zahl beim Lichtschutzfaktor?
Sie bezieht sich auf den Schutz vor UVB-Strahlen und gibt an, um welchen Faktor sich die Zeit bis zum Sonnenbrand rechnerisch verlängert. In der Praxis stimmt das nur bei ausreichender Menge und regelmäßigem Nachcremen.
Woran erkenne ich, dass ein Produkt auch vor UVA schützt?
Am UVA-Logo: den Buchstaben UVA in einem Kreis. Es darf in der EU nur aufgedruckt werden, wenn der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des angegebenen LSF beträgt. Begriffe wie „Breitband“ oder „Broad Spectrum“ weisen ebenfalls darauf hin.
Wie viel Sonnencreme brauche ich fürs Gesicht?
Als Orientierung gilt die Zwei-Finger-Regel: zwei Fingerlängen Creme für Gesicht und Hals. Das ist deutlich mehr, als die meisten Menschen verwenden – und der häufigste Grund, warum der angegebene Schutz nicht erreicht wird.
Brauche ich Sonnenschutz auch bei bewölktem Himmel?
Ja. Ein großer Teil der UV-Strahlung dringt durch Wolken. UVA-Strahlen wirken zusätzlich durch Fensterglas. Fürs Gesicht lohnt sich Sonnenschutz deshalb ganzjährig.
Fazit
Guter Sonnenschutz ist keine Wissenschaft – aber ein paar Grundregeln machen den Unterschied: Breitband-Schutz, mindestens LSF 30 für jeden Tag, passende Textur für deinen Hauttyp, ausreichend Menge, regelmäßig nachcremen. Wer diese Punkte beachtet, schützt seine Haut effektiv und investiert gleichzeitig in die beste Anti-Aging-Pflege, die es gibt.
Über den Autor
Alexander Heiderich ist Gründer und Inhaber von Kosmetik-Grube aus Lahnstein. Er kuratiert das Sortiment aus dermatologischer Kosmetik und Premium-Düften persönlich und prüft jedes Produkt, bevor es in den Shop aufgenommen wird. Fragen zum Artikel? Schreib an info@heid-resell.de – Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags.