Sonnenschutz richtig wählen: LSF, UVA und UVB einfach erklärt

Sonnenschutz ist der einzige Anti-Aging-Wirkstoff, dessen Wirkung von praktisch allen Dermatologen weltweit bestätigt wird. Trotzdem ist die Auswahl an Cremes, Sprays und Fluiden so groß, dass viele am Regal stehen und nicht wissen, was sie nehmen sollen. Dieser Guide räumt mit den wichtigsten Begriffen auf und hilft dir, den richtigen Sonnenschutz zu finden.

Was bedeutet LSF eigentlich?

LSF steht für Lichtschutzfaktor (international: SPF, Sun Protection Factor) und bezieht sich auf den Schutz vor UVB-Strahlung. Die Zahl gibt an, wie viel länger du dich theoretisch in der Sonne aufhalten kannst, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Wenn deine Haut ohne Schutz nach 10 Minuten rot wird, schützt dich LSF 30 rechnerisch 30-mal länger – also 300 Minuten.

Wichtig: In der Praxis gilt das nur, wenn du genug Creme aufträgst und regelmäßig nachcremst. Die meisten Menschen verwenden viel zu wenig – Empfehlung sind etwa 2 mg pro Quadratzentimeter Haut, was für das Gesicht ungefähr einer Fingerlängen-Portion entspricht.

UVA vs. UVB: Wo liegt der Unterschied?

Sonnenstrahlen, die deine Haut erreichen, lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen. UVB-Strahlen sind die kurzwelligen Strahlen, die für Sonnenbrand und akute Hautrötungen verantwortlich sind. Sie sind im Sommer und in den Mittagsstunden am stärksten.

UVA-Strahlen dagegen sind langwellig und dringen tiefer in die Haut ein. Sie verursachen weniger Sonnenbrand, dafür aber langfristig die Hautalterung – Falten, Pigmentflecken und schlaffe Haut. Außerdem erhöhen sie das Hautkrebsrisiko. UVA-Strahlen sind das ganze Jahr über und auch durch Glas hindurch wirksam – deshalb ist Sonnenschutz auch im Winter und drinnen am Fenster sinnvoll.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Ein guter Sonnenschutz schützt vor beiden Strahlentypen. Achte auf das Kürzel "Breitband" oder "Broad Spectrum" auf der Verpackung – das bedeutet UVA- und UVB-Schutz. In der EU müssen Sonnenschutzprodukte zudem ein UVA-Logo (UVA in einem Kreis) tragen, wenn der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des LSF erreicht.

Für den Alltag empfehlen Dermatologen mindestens LSF 30, im Sommer und bei längerem Aufenthalt im Freien LSF 50 oder 50+. Höhere Werte als LSF 50+ bringen kaum noch zusätzlichen Schutz – wichtiger ist, regelmäßig nachzucremen.

Welche Textur passt zu welchem Hauttyp?

Bei fettiger oder Mischhaut greifst du am besten zu einem leichten Fluid oder Gel. Diese Texturen ziehen schnell ein, hinterlassen keinen Glanz und verstopfen die Poren nicht. Ein Beispiel ist das La Roche-Posay Anthelios Invisible Fluid, das speziell für unreine und empfindliche Gesichtshaut entwickelt wurde.

Bei trockener Haut darf der Sonnenschutz reichhaltiger sein – zum Beispiel als Creme mit pflegenden Zusätzen wie Glycerin oder Hyaluronsäure. Wichtig ist, dass die Creme keinen Weißeleffekt hinterlässt, vor allem bei dunkleren Hauttönen. Moderne Formulierungen sind hier deutlich besser geworden.

Für aktive Tage am Strand oder beim Sport sind Sprays praktisch – sie lassen sich schnell auftragen und gut nachlegen. Achte aber darauf, dass du genug verwendest. Ein dünner Sprühstoß reicht meistens nicht aus.

Wie oft musst du nachcremen?

Die Faustregel: alle zwei Stunden, und nach jedem Schwimmen oder starkem Schwitzen. Auch "wasserfeste" Produkte verlieren mit der Zeit ihre Wirkung. Wenn du Make-up trägst, gibt es spezielle Sonnenschutz-Sprays oder -Puder, die du über die Foundation auftragen kannst, ohne dass alles verschmiert.

Sonnenschutz im Winter – wirklich nötig?

Kurz gesagt: ja, zumindest fürs Gesicht. UVA-Strahlung ist auch im Winter aktiv und für die Hautalterung verantwortlich. Wenn du tagsüber draußen bist, am Fenster arbeitest oder wenn du Wirkstoffe wie Retinol oder Säuren in deiner Routine verwendest (die die Haut lichtempfindlicher machen), ist täglicher Sonnenschutz im Gesicht das Sinnvollste, was du für deine Haut tun kannst.

Fazit

Guter Sonnenschutz ist keine Wissenschaft – aber ein paar Grundregeln machen den Unterschied: Breitband-Schutz, mindestens LSF 30 für jeden Tag, passende Textur für deinen Hauttyp, ausreichend Menge, regelmäßig nachcremen. Wer diese Punkte beachtet, schützt seine Haut effektiv und investiert gleichzeitig in die beste Anti-Aging-Pflege, die es gibt.